Der einwachsende Fußnagel – was ist eine Spangenbehandlung?

Einwachsende Fußnägel sind in allen Altersgruppen anzutreffen.

Die eigentliche Entstehung des eingewachsenen Fußnagels (unguis incarnatus) ist ein multifaktorielles Geschehen. Gerade bei älteren Patienten begünstigen Veränderungen der Fußarchitektur (Hallux valgus, Senk-/Spreizfuß), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Rechtsherzinsuffizienz (Ödembildung an den unteren Extremitäten) den Unguis incarnatus (einwachsenden Fußnagel). Ferner kann auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei chronisch venöser Insuffizienz, arterielle Durchblutungsstörungen (Schaufensterkrankheit) oder Nagelpilz (Onychomykose) eine wesentliche Rolle spielen. Auch das Tragen von unsachgemäßem Schuhwerk oder starkes Übergewicht (Adipositas) führen häufig zu einwachsenden Fußnägeln. Weiter wären die unsachgemäße Fußpflege mit Ausschneiden der Nagelecken, Wachstumsstörungen (Rollnägel) und genetische Disposition (Vererbung) zu nennen.

Der/Die gut ausgebildete Fachmann/Fachfrau kann meist im Gespräch mit dem Patienten und nach Untersuchung die entscheidenden Faktoren herausfinden; für eine erfolgreiche Behandlung ist es dann erforderlich, ggfs. bestimmte Veränderungen vorzunehmen (z.B. Schuhwerk).

Da alle Operationsverfahren mit einer hohen Rezidivrate (Rückfallrate) einhergehen und zudem sehr schmerzhaft sind, kann der Einsatz von Nagelkorrekturspangen eine sehr gute Alternative darstellen. Die Anwendung ist schmerzfrei und die Mobilität wird nicht eingeschränkt.

Dem gut geschulten Podologen stehen mehrere Spangensysteme zur Verfügung:

Die 3-to Spange

Die 3-to Spange ist eine dreiteilige dünne Drahtspange, die sich für fast alle Formen von einwachsenden und eingerollten Nägeln anwenden lässt und ferner Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Spangensystemen bei besonders schwierigen Fällen bietet.

Die Anpassung ist in der Regel schmerzfrei, das Tragen dieser Spange spüren Sie gar nicht.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Verformungsgrad des zu korrigierenden Nagels; ggfs. sind mehrere angepasste Spangen notwendig.

Manche Krankenkassen erstatten diese Orthonyxiebehandlung (Spangenbehandlung) bei eingewachsenen Fußnägeln teilweise oder ganz, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt und die Kasse vorab nach Kostenvoranschlag genehmigt.

Normalerweise ist der Patient direkt nach Anbringen der Korrekturspange schmerzfrei; es erfolgt dann eine regelmäßige Kontrolle und ggfs. ein Versetzen bzw. eine Neuanpassung, bis das korrekte Nagelbild erreicht ist.

Diese Spange kann über einen gewissen Zeitraum wiederverwendet werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von 3TO.

Die Ross-Fraser-Spange

Bei dieser Spange handelt es sich um eine einteilige Drahtspange, die in einem etwas aufwändigeren Verfahren nach Abdrucknahme ebenfalls individuell für den jeweiligen Nagel angepasst wird. Sie ist wegen des größeren Aufwandes teurer als die 3-to Spange, dafür aber mehrfach verwendbar, kann jedoch nur bei nicht entzündetem Gewebe angewandt werden.

Die Podofix Spange

Diese ist eine Kombination aus einer Klebespange und einer Drahtspange. Sie besteht aus einem elastischen Klebeelement, das an die Nagelkrümmung angepasst wird und einem integrierten Aktivierungsdraht, mit welchem die Spange unter Spannung gesetzt wird. Es gibt sie in 4 unterschiedlichen Größen und stellt eine preiswerte Alternative in der Spangenbehandlung dar. Bei sehr stark eingerollten Nägeln eignet sich diese Spangenform allerdings nicht mehr.

Außerdem kann diese geklebte Spange nur einmal verwendet werden; danach benötigt man dann eine neue.

Die COMBIped-Spange

ist die neueste Draht-Klebe-Spange aus dem Hause 3to und sowohl wirkungstechnisch als auch preislich zwischen der Drahtspange und der Podofix Klebespange anzusiedeln. Auch hier erfolgt die Applikation schmerzfrei und bedeutet keinerlei Einschränkungen im Sport- und Freizeitbereich.

Auch diese Spange kann leider nach Abnahme nicht noch einmal verwendet werden.

Manchmal ist auch eine Kombination von verschieden Spangensystemen denkbar.

Eine Übernahme der Kosten für eine Drahtspange kann im Einzelfall nach Verordnung durch den Hausarzt und Genehmigung durch die Krankenkasse ganz oder teilweise erfolgen; gerne erhalten Sie von uns entsprechendes Info-Material und einen Kostenvoranschlag.

Ihr Podologenteam berät sie gerne.

Weitere Informationen und Bilder vom Behandlungsablauf finden Sie auf der Homepage www.3to-spange.de.

BS Spange

Bei der BS Spange (auch hier gibt es verschiedene Systeme) handelt es sich um eine Kunststoffspange mit Eigenspannung, die vollflächig auf dem Nagel verklebt und anschließend versiegelt wird. Sie ist nicht wieder verwendbar, hat aber den Vorteil, dass sie optisch kaum auffällt und damit auch von den Damen im Sommer gerne getragen wird, zumal der Nagel lackiert werden kann. Für stark eingerollte Nägel reicht diese Spangenform allerdings meist nicht aus.